Über Zabo
Hier ein Bericht
über die Zerzabelshofer Hauptstraße aus dem Nürnberger Stadtanzeiger vom 8. 10. 2008.
Zerzabelshof
Zerzabelshof von seinen Bewohnern und allen, die es kennen, schlicht und einfach "Zabo" genannt, liegt zwischen dem Dutzendteich und Mögeldorf am östlichen Stadtrand von Nürnberg.
Die günstige Lage unmittelbar am angrenzenden Reichswald, dem Valznerweiher, sowie dem Schmausenbuck mit dem Tiergarten, haben Zerzabelshof zum bevorzugten Wohngebiet werden lassen.
Aufgelockerte Siedlungsbauweise, Ein- und Mehrfamilienhäuser prägen das Bild des Ortes ebenso, wie die mehrgeschoßigen Bauten auf dem ehemaligen Gelände des 1.FCN (1.Fussballclub Nürnberg oder auch einfach Club genannt).
Durch diesen wurde Zabo weit über die Grenzen des Heimatgebietes hinaus bekannt. Nach dem Verkauf seines Sportgeländes unmittelbar im Ortskern, hat der Verein sich zwischen der Valznerweiher- und Regensburgerstraße eine neue Sportstätte geschaffen.
Durch Einkaufsmärkte, viele kleine und mittlere Einzelhandelsgeschäfte kann man die Versorgung der Bevölkerung in diesem Stadtteil als optimal bezeichnen.
Die Omnibuslinien 43, 44, 65, eventuell auch die Straßenbahnlinien 4 und 5, sowie die am Rande von Zerzabelshof gut erreichbaren S-Bahnlinien S1 Nürnberg/Lauf und S2 Nürnberg/Altdorf sorgen für eine bestmögliche Anbindung an das Netz des öffentlichen Nahverkehrs.
Die 1954 eingeweihte Akademie der Bildenden Künste zwischen dem Ortskern und dem Tiergarten gelegen, ist für den Ort ebenso ein fester Bestandteil, wie das 1972 fertiggestellte Wohnstift am Tiergarten mit seinen rund 750 Bewohnern.
Zwei konfessionelle und ein städtischer Kindergarten bemühen sich um das Wohl der Kleinzaboaner. Dazu kommen ein Kinderhort und die Volksschulen an der Siedler- und Viatistraße.
Etwa 90 behinderte Kinder und Jugendliche erhalten in der Karl-König-Schule heilpädagogische und therapeutische Betreuung. Der Unterricht wird auf der Grundlage des Lehrplanes der Freien Waldorfschulen (Rudolf Steiner Schulen) erteilt.
Der Nürnberger Tiergarten - landschaftlich einer der schönsten Zoos in Europa - ist vom Zentrum Zabos in nur 15 Minuten zu Fuß erreichbar.
Er ist ebenso ein fester Bestandteil für den Ort wie die 1954 eingeweihte Akademie der Bildenden Künste - zwischen dem Ortskern uönd dem Tiergarten gelegen - wie auch das 1972 fertiggestelle Wohnstift am Tiergarten mit seinen rund 750 Bewohnern.
Die Karl-König-Schule befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Feilen- und Werkzeugfabrik Friedrich Max Herberg & Co. Die Schule wurde gegründet und lange Jahre geleitet von Frau Ursula Herberg, der Enkeltochter des Fabrikanten Max Herberg. Der gesamte Grundbesitz Zerzabelshofer Hauptstraße 3-7 wurde 1978 von den Schwestern Rosmarie und Ursula Herberg dem gemeinnützigen Trägerverein "Camphill Gemeinschaft Nürnberg (eV)" als Schenkung übereignet.
Neben der erwähnten Feilen- und Werkzeugfabrik Max Herberg & Co gab es in Zerzabelshof an nennenswerten Gewerbebetrieben nur noch die Schokoladen-Lebkuchen und Zuckerfabrik Franz Knöchlein und eine Fabrik zur Herstellung von Rohrmatten aus Schilfrohr für das Baugewerbe.
Die rasante Entwicklung von Zerzabelshof, besonders nach dem Zweiten Weltkrieg, kann man am besten aus den Einwohnerzahlen ersehen. Aus einem kleinen Dorf mit 170 Einwohnern im Jahre 1833, um 1900 waren es 452, stieg die Zahl der Bewohner durch die Siedlungsbauten in den zwanziger Jahren im Raum Heimgartenweg, Rohrmatten- und Fallrohrstraße bis 1933 auf ca. 3.900 an.
Nach dem Zweiten Weltkrieg beschleunigte sich diese Entwicklung noch erheblich. Durch den Ausbau des ehemaligen 1.FCN Geländes und den Bauten im Raum Schöpf-, Schedel-, Viatisstraße hat sich die Zahl der Einwohner auf ca. 13.000 erhöht.
Urkundlich erwähnt wurde Zerzabelshof erstmals in einem Verzeichnis der zwölf Förster des Nürnberger Reichswaldes vom 29. August 1309. Zum Schutz der Wald-, Wild-, Weide- und Holzrechte gegen räuberische Willkür, wurden damals an geeigneten Stellen im Reichswald Forsthuben errichtet. Eine dieser Außenstellen entstand am Rande des Goldbachtales, vermutlich im Raum der jetzigen Endres'schen Gaststätte. Als Verwalter dieser Forsthube werden in der Urkunde ein Gotz de Sternzagelshouve, sowie ein Leovpoldus de Sternzagelshouve genannt. Die Forsthube entwickelte sich mit der Zeit zu einem Herrensitz.
1498 erbaute der damalige Besitzer, Johannes Schütz, auf seinem Grund eine kleine Kapelle, welche der heiligen Anna geweiht war. Damit war der Rat der Reichsstadt Nürnberg allerdings nicht einverstanden. Johannes Schütz mußte sich in einem jahrelangen Verfahren, welches bis zum Papst nach Rom ging, dem Rat der Stadt Nürnberg gegenüber verpflichten, die Kapelle wieder zu entfernen.
Wie auch andere Orte im Umfeld von Nürnberg, hatte Zerzabelshof in den beiden Markgrafen Kriegen schwere Schäden hinnehmen müssen. Besonders im Zweiten Markgrafenkrieg 1552 unter Albrecht Alkebiades ist der Ort weitgehend zerstört worden.
1849 wird Zerzabelshof, bis dahin gemeinderechtlich zu Mögeldorf gehörend, eine selbständige Gemeinde.
Fast dreihundert Jahre , von 1553 bis 1837 war der Herrensitz im Besitz der Familie von Löffelholz. Nach mehreren Besitzerwechseln erwarb der königliche Forstmeister Carl Freiherr von Mettingh das Gut. 1852 ließ er den Südflügel des Anwesens im Neu-Englischen Stil umbauen und bei dieser Gelegenheit eine Schloßkapelle mit errichten, welche er der Bevölkerung von Zerzabelshof zu Gottesdiensten zur Verfügung stellte.
Nachdem diese Kapelle mit ihren 60 Sitzplätzen schon bald den Anforderungen nicht mehr genügte, beschloß die evangelische Gemeinde einen Kirchenneubau an der Rohrmattenstraße. 1932 konnte dort eine Notkirche eingeweiht werden. Die frei gewordene Schloßkapelle übernahm die katholische Gemeinde.
Im Jahre 1923 erfolgte die Eingemeindung von Zerzabelshof nach Nürnberg.
Auch im Zweiten Weltkrieg blieb der Ort nicht verschont. Mehrere Luftangriffe verursachten schwere Verwüstungen. Es gab viele Tote und Verletzte.
Nach dem Krieg bauten die beiden Gemeinden im Zuge des allgemeinen Wiederaufbaues neue, moderne Gemeindezentren mit Kirchen, Kindergärten, Gemeindesälen und anderen Gemeinschaftseinrichtungen.
Aus dem einst beliebten Ausflugsziel der zwanziger und dreißiger Jahre mit seinen vielen gemütlichen Wirtschaften, ist nunmehr ein moderner, liebenswerter Stadtteil geworden, der sich die Gemütlichkeit seiner Gaststätten und Biergärten über die Zeit erhalten hat.
Der Autor Hans Liebel ist auch Verfasser zweier Bücher über Zabo.
- Die Geschichte von Zabo
- Geschichten über Zabo
Diese Bücher bekommen Sie in Zabo bei:
- Buchhandlung Bücherwurm
- Schreibwaren Lippert

